Bewerbung als Aufnahmeleiter

Die klassische Bewerbung samt Vorstellungsgespräch erwartet dich vor allem zu Beginn deiner Laufbahn, wenn du deine ersten Praktika suchst. Anschließend läuft vieles über deine Kontakte, das vielbesungene Vitamin B. Hast du dich bei deinem ersten Praktikum gut angestellt, werden die Leute dort gerne auch weiterhin auf dich zurückgreifen. So baust du dir nach und nach ein Netzwerk aus Kontakten auf, die dich immer wieder buchen. Dennoch wirst du auch mal über eine Stellenausschreibung einer fremden Produktionsfirma stolpern, die gerade einen Aufnahmeleiter sucht. Dann kann es durchaus vorkommen, dass du dich vor deinem Rechner wiederfindest und an Lebenslauf und Anschreiben feilst.

Anschreiben und Lebenslauf

Wie deine Bewerbungsphase für einen neuen Job aussieht, hängt immer davon ab, um was für eine Stelle als Aufnahmeleiter es sich handelt, und wie der Personalverantwortliche so tickt. Hat dich etwa ein Bekannter, der deine Arbeitsleistung zu schätzen weiß, bei einer anderen Produktionsfirma vorgeschlagen, so wird oftmals nur deine Vita verlangt. Das ist eine Art formlose und formell nicht sonderlich strenge Auflistung deiner bisherigen beruflichen Laufbahn.

Bewirbst du dich aber auf eine offiziell ausgeschriebene Stelle, sollte dein Anschreiben samt Lebenslauf schon etwas seriöser ausfallen. Du musst hier aber nicht mit Kreativität punkten. Meistens solltest du, mittlerweile in der Regel per Mail, einfach den angegeben Ansprechpartner auf schlichte Weise mitteilen, wie und wo du auf die Stelle gestoßen bist, und dass du Interesse an dieser hast. Im Anschreiben geht es weniger darum, wer du bist, sondern eher um deine Erfahrungen. Gib einen Überblick über deine bisherigen Jobs und Praxiserfahrungen, und in den Anhang packst du deinen Lebenslauf samt Foto und einer vollständigen Auflistung deiner bisherigen Projekte. Meistens sprechen diese für dich. Wenn du regelmäßige Aufträge vorweisen kannst, bedeutet das fast automatisch, dass du in deiner Position etwas auf dem Kasten hast. 

Aufnahmeleiter Bewerbung - Tipps zu Anschreiben und Lebenslauf

Das Vorstellungsgespräch

Auch beim Vorstellungsgespräch kann dich ein lockerer Plausch oder ein höflich-formeller Dialog erwarten. Generell sind die Menschen in der Filmbranche sehr locker und offen, wenngleich aber auch sehr diszipliniert. Vom Praktikanten bis zum Produzenten ist man meistens per Du, und innerhalb der Teams herrscht eine familiäre und freundschaftliche Atmosphäre. Doch unabhängig davon, ob du mit einem tätowierten Personaler auf der Couch sitzt oder dich einem Schlips- und Krawattenträger an einem Schreibtisch gegenübersiehst, wie schon bei der schriftlichen Bewerbung wird sich dein Vorstellungsgespräch hauptsächlich um deine bisherigen Erfahrungen drehen. Dass du den Anforderungen des Jobs gewachsen bist, hast du eigentlich schon mit deinen bisherigen Beschäftigungen bewiesen.

Sprichst du allerdings für eine Stelle als Aufnahmeleiter vor, die auf mehrere Jahre ausgelegt ist, und in der du noch nicht sonderlich viel Erfahrung hast und auch auf die du nicht über einen Bekannten gestoßen bist, dann kann das Gespräch auch schon mal klassischer verlaufen, Fragen nach deinen Stärken und Schwächen beinhalten und darauf hinauslaufen, dass der Personaler dich charakterlich und menschlich einschätzen will.  

Der Bewerbungsprozess

Über deine Praktika lernst du Leute kennen, die wiederum Leute kenne, die jemanden kennen, der gerade einen Aufnahmeleiter sucht. Vitamin B ist in kaum einer anderen Branche essentieller als in der Film- und Fernsehbranche, um an Aufträge zu kommen. Bestenfalls kommen die Jobs zu dir, und du hast mit Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen nichts am Hut. Oder ein grober Lebenslauf und ein kurzer Plausch zum gegenseitigen Kennenlernen reichen aus.

Kommt es aber doch einmal zu einem Vorstellungsgespräch, dann läuft alles meist ganz harmlos ab. Da die Stellen in der Aufnahmeleitung, für die du dich bewirbst, sich meistens auf zeitlich begrenzte Projekte beziehen, interessieren Einstellungstest und tiefergehende persönliche Fragen den Personalentscheidenden eher weniger. Auf deine bisherige Vita kommt es ihm an, und wenn du dazu noch ein höflich-sympathisches Auftreten an den Tag legst, dann ist das meistens alles, was für das Unternehmen wichtig ist. Bewirbst du dich allerdings für eine Festanstellung, etwa als 1.AL, kann der Bewerbungsprozess genauso wie das Vorstellungsgespräch aber auch ausführlicher und komplexer ausfallen.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch
  • Machen Ihnen lange Arbeitstage etwas aus?
  • Sind Sie teamfähig und stressresistent?
  • Sind Sie räumlich und zeitlich flexibel?

Dresscode

Casual is usual. Komm nicht unbedingt in einem senfbefleckten Unterhemd zu deinem Vorstellungsgespräch, aber auf Jackett und Lackschuhe kannst du ruhig verzichten. Später läufst du auch nicht gerade im Smoking herum. Am Set musst du bequeme, wetterfeste Outdoorkluft tragen, um dir bei dem vielen Gerenne und den langen Tagen keine Blasen oder bei Regen und Schnee keine Erkältung einzufangen. Auch in deinem Büro als 1.Aufnahmeleiter kannst du tragen, was dich glücklich macht. Hemd- & Schlips wurden dort schon ebenso gesichtet wie Heavy Metall-T-Shirts und Flipflops. Wie gesagt, in der Branche geht’s eher locker zu. Da deine Einsatzgebiete aber sehr abwechselnd sind und von der Schwüle einer Schwimmhalle bis zur klirrenden Kälte eines verschneiten Bergdorfs reichen können, sollte deine Garderobe für alle Eventualitäten gerüstet sein. 

Beruf als
Aufnahmeleiter/in