Bewerbung als Astrophysiker

Bisher lief deine Karriere mit großer Wahrscheinlichkeit ziemlich stringent ab. Von der Schule ging es in die Universität und dort hast du mittlerweile mindestens fünf Jahre verbracht. Natürlich hast du dich für die Abschlussarbeiten schon bei Arbeitsgruppen beworben, aber Bewerbungen bei Unternehmen sind nochmal etwas ganz anderes. Wir können dich aber schon einmal beruhigen, Physiker werden im Allgemeinen gerne genommen, auch wenn spezielle Stellen für Astrophysiker etwas seltener sind. Nichtsdestotrotz hast du gute Chancen und wie deine Bewerbung als Astrophysiker aussehen muss, um später selber einmal Forschung zur Dunklen Energie zu betreiben oder am Hubble-Nachfolger mit zu entwickeln, das erklären wir dir hier.

Anschreiben und Lebenslauf

Auch in der Bewerbung als Astrophysiker ist das Erste, was dein zukünftiger Chef oder der Personalleiter in der Hand halten wird, dein Anschreiben. Hier erläuterst du kurz und prägnant, warum du dich speziell auf diese Stelle bewirbst, welche Qualifikationen du mitbringst und was dich als Person von anderen Mitbewerbern potentiell abhebt. Natürlich formulierst du das nicht so flach, sondern viel geschickter. Schreibe also zum Beispiel: „Die von Ihnen geforderten methodischen Kenntnisse sind mir bekannt und bereits während meiner Abschlussarbeit habe ich mit UBV-Systemen gearbeitet“.

Wichtig für den Personaler ist, mit welchen Themen du dich während deiner Abschlussarbeiten beschäftigt hast, welche Methoden du angewendet und ob du bereits Erfolge verzeichnen konntest. Wenn dein Name beispielsweise bereits in einem Paper zitiert wurde, das es sogar bis in die „nature“ geschafft hat, dann wäre es klug, das zu erwähnen. Nach dem Studium wird das aber noch niemand von dir erwarten. Alle Argumente im Anschreiben von Astrophysikern sollten stichhaltig bleiben. Das heißt, dass du anstelle von „ich beherrsche die grundlegenden mathematischen Methoden“ lieber schreiben solltest, wo und wie du die Grundlagen der Numerik während deiner Praktika oder Forschungsarbeiten bereits angewandt hast. Auslandsaufenthalte sprechen für deine Fremdsprachenkenntnisse und gehören unbedingt für einen Astrophysiker in Anschreiben und Lebenslauf.

Wähle den antichronologischen Lebenslauf und erwähne daher zuerst deine letzten Tätigkeiten. Das sind nämlich meistens diejenigen, die für den Personaler interessanter und relevanter sind als die Jahre auf der Grund- oder weiterführenden Schule. Bei deinem Studiengang kannst du deine Schwerpunkte oder Nebenfächer erwähnen. Das solltest du sogar unbedingt, wenn sie exakt zu der Stellenausschreibung passen.

Astrophysiker Bewerbung - Tipps zu Anschreiben und Lebenslauf

Das Vorstellungsgespräch

Vergleiche die Bewerbung mit dem Weg von der Erde bis zum Saturn (Beruf). Bis du den Saturn erreichst, hast du mit der Einladung zum Jupitergespräch bereits den ersten Checkpoint hinter dir gelassen. Es sind aber immer noch 652 Millionen Kilometer.  Mit Lichtgeschwindigkeit sind das dann 36 Minuten und so lange wird wahrscheinlich auch der Jupiterbesuch, also das Vorstellungsgespräch dauern. Das zählt wahrscheinlich nicht zu deinen Hobbys, aber es ist auch kein Astronautentraining. Monatelanges Training ist zu viel des Guten, aber intensiv sollte die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch als Astrophysiker schon sein.

Neben typischen Fragen, etwa zu deinen Stärken und Schwächen, wirst du sicherlich auch noch zu deinem Anschreiben gefragt. Also wirst du nochmal etwas ausführlicher deine Abschlussarbeit vorstellen und erzählen müssen, was du genau gemacht hast, wie sich die Fragestellung entwickelt hat, welche Probleme es dabei gab und wie du versucht hast, sie zu lösen. Auch ein paar fachliche Fragen sind im Vorstellungsgespräch für Astrophysiker nicht undenkbar, schließlich will der Vorgesetzte deine Auffassungsgabe überprüfen. Natürlich musst du nicht die genaue Rektaszension und Deklination von VV Cephei wissen, aber eine Rechen- oder Denkaufgabe ist sehr wahrscheinlich. Das sollte dir aber insofern keine Sorge bereiten, da du die Grundlagen des Studiums ja bereits verinnerlicht hast.

Der Bewerbungsprozess

In der Regel läuft die Bewerbung als Astrophysiker in zwei Schritten ab, das heißt auf die schriftliche Bewerbung folgt das Vorstellungsgespräch und danach solltest du genug überzeugt haben, damit man dir deinen Vertrag überreicht. Aber wie immer gibt es Ausnahmen, etwa wenn es sich um eine äußerst begehrte und wichtige Stelle in der Industrie oder Unternehmensberatung handelt. So kann es auch gut vorkommen, dass große Industriekonzerne, Unternehmen der Luft- und Raumfahrt oder aber Consulting-Firmen auch Assessment-Center vorgesehen haben, wenn es um die Besetzung der Stelle geht. Hier werden die Bewerber dann auf Herz und Nieren geprüft. Neben deinen fachlichen Kompetenzen, die man im Wettbewerb mit anderen Kontrahenten bei Logik- und Rechenaufgaben unter Beweis stellen muss, sind auch soziale Aspekte gefordert. Mal müssen Aufgaben alleine gelöst und später im Team diskutiert werden, mal werden Fragestellungen direkt in der Gruppe bearbeitet. Hier haben die Personaler ein besonders Auge darauf, wie du mit potentiellen Kollegen umgehst, wie du deine Ideen präsentierst, sie durchsetzt und zu welchen Kompromissen du bereit bist.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch
  • Was war der schwierigste Teil Ihrer Abschlussarbeit?
  • Wie stellen Sie sich Ihre Arbeit später vor?
  • Welches Feld der Astrophysik interessiert Sie besonders?

Dresscode

Obwohl sich bei deiner Arbeit vieles um Himmel und Sterne dreht, solltest du dich weder anziehen wie Stars und Sternchen noch wie ein galaktischer Krieger aus Science-Fiction Filmen. Zwar bist du kein Anwärter auf einen Bänkerjob, aber wie in jedem Vorstellungsgespräch solltest du gepflegt und seriös rüberkommen. Eine ordentliche Hose, ein gebügeltes Hemd und saubere Schuhe können nicht schaden. Bei den Farben empfiehlt es sich, schlicht zu bleiben. Ein Sakko, ein Anzug oder ein Kostüm sind optional aber nicht zwingend erforderlich. In deinem Fall läuft es meistens sehr offen und locker ab.

Wenn du dann erstmal fest angestellt bist, wirst du dein äußerliches Bänkerdasein wieder ablegen können, denn im Labor gilt entweder Kittelpflicht oder aber du hast die freie Qual der Wahl, was dein Outfit angeht. 

Beruf als
Astrophysiker/in