Beruf als Art Director - Arbeiten im Design

Werbung polarisiert und sorgt für Aufmerksamkeit. Jeder hat eine Meinung und fühlt sich angesprochen –oder angegriffen. Eine erfolgreiche Kampagne durchzuführen, wirkt da wie ein Drahtseilakt. Wieviel Provokation kann man wagen, ab wann muss mit Ablehnung gerechnet werden? Als Art Director bist du täglich mit solchen Fragen konfrontiert. Denn du bist für die Konzeption und insbesondere für die visuelle Umsetzung einer Werbekampagne verantwortlich. Bei einem Magazin dagegen sorgst du dafür, dass allein die Optik die Menschen zugreifen lässt und die Regale schnell leergefegt sind. Bei uns erfährst du nun, was im Art Director Beruf auf dich zukommt. 
Spezialisierungen
Art Director/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Art Director

Jobs als Art Director Art Director/in werden

Ob neues Corporate Design für eine Bank oder eine Kampagne für das neueste Shampoo, dein Arbeitsalltag im Art Director Beruf beginnt immer mit dem Briefing. Hier wird geklärt, was sich der Kunde vorstellt, welches Produkt über welche Kanäle beworben und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Leiter des Briefings ist in der Regel der Creative Director, der während der Umsetzung der Kampagnen dafür zuständig ist, den Überblick zu behalten und den Kontakt zum Kunden aufrecht zu erhalten. Daneben nimmt neben dir auch der Texter teil. Spätestens hier solltest du merken, als Art Director bist du alles andere als ein Einzelgänger.  

Das zeigt sich nun auch bei der anschließenden Umsetzung. Denn natürlich wirst du den Auftrag nicht auf eigene Faust durchführen. Was für Salz der Pfeffer und für Chip sein Chap ist, ist für dich der Werbetexter. Denn zu einer erfolgreichen Werbekampagne gehören immer zwei Komponenten: das Wort und das Bild. Während der Texter der Herr über das Wort ist, behältst du im Art Director Beruf das Bild bzw. alle grafischen Aspekte im Auge. Gemeinsam wird also ein Konzept erstellt. Ideen für Slogans und Visualisierungen werden in einem Brainstorming gesammelt und schließlich ausgearbeitet. Dabei setzt ihr nie auf nur ein Pferd. Bis der Creative Director, dein direkter Vorgesetzter, und anschließend der Kunde einem Konzept zustimmen, kann es gut bis zu zehn Anläufe dauern.

Erst wenn ein Vorschlag abgesegnet wurde, kann im nächsten Schritt die Umsetzung erfolgen. Nun wirst du aber nicht gleich deine Grafikprogramme wie Photoshop und InDesign anschmeißen und zeigen, was du alles aus ihnen herauszuholen weißt. Vielmehr wirst du die verschiedenen Aufgaben delegieren und deinem Grafik-Team, bestehend aus Fotografen, Illustratoren und Grafik-Assistenten, zuweisen und die Durchführung beaufsichtigen. Langweilig wird es dabei nie – du begleitest Fotoshootings und Dreharbeiten, wählst Models und Komparsen aus und unterstützt deine Teammitglieder bei der Bildbearbeitung. Die Berufsbezeichnung Art Director macht sich also an dieser Stelle buchstäblich bemerkbar. Legst du darauf wert, jeden Tag pünktlich auf der heimischen Couch den Feierabend zu genießen, dann könnte es schwer sein, diesen Wunsch mit den oftmals unregelmäßigen Arbeitszeiten unter einen Hut zu bekommen. Dafür erwartet dich aber auch viel Abwechslung, immerhin bist du nicht nur in deinem Büro in der Werbeagentur, sondern nimmst auch an vielen Auswärtsterminen teil.

Auch wenn Werbeagenturen Arbeitgeber Nr. 1 für Art Directors sind, gibt es für dich auch die Möglichkeit, für (Hochglanz-) Magazine und Zeitschriften zu arbeiten. Von der Covergestaltung bis zur Bildserie hast du auch hier viele Möglichkeiten, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Zudem beschäftigen immer mehr Konzerne eigene Werbeabteilungen, in denen du als Art Director Beruf tätig werden kannst. 

Voraussetzungen für den Beruf Art Director

Ein Grafikdesign- oder Kommunikationsdesignstudium ist zunächst einmal die formelle Grundlage für die Ausübung des Art Director Berufs. Besonders beeindrucken kannst du dann, wenn du sogar einen Abschluss einer Medienakademie hast. Denn natürlich sollten Grafikprogramme wie Photoshop, InDesign und Illustrator sitzen. Genug ist das aber noch längst nicht. Denn während man sich in Grafiksoftware einarbeiten kann, muss man mit Kreativität von Haus aus gesegnet sein. Zudem sollte es dir leicht fallen, dich in verschiedene Menschen und Zielgruppen hineinzuversetzen. Immerhin musst du an erster Stelle die Kundenwünsche erfüllen und dabei deinen eigenen Geschmack auch mal außen vor lassen.

Nicht zu verachten ist aber auch die hohe Frustrationstoleranz, die du benötigst. Gestern erst eine Nachtschicht eingelegt, um das Konzept fertigzustellen, heute eben dieses durch den Reißwolf gejagt! Generell hast du im Beruf als Art Director nur wenig Struktur. Deine Arbeitstage gehorchen nicht der Stechuhr, vielmehr ist dein Tag dann zu Ende, wenn ein Projekt bzw. ein Teilaspekt abgeschlossen ist. Das Problem dabei ist, dass Kreativität sich selten auf Knopfdruck abrufen lässt. Generell gibt es nur wenige Berufe, die so viel Leidenschaft und die Bereitschaft fordern, privat kürzer zu treten. Ob du all dies erfüllst, solltest du möglichst früh durch Praktika herausfinden. Wer am Ende seines Studiums noch keine absolviert hat, der wird es schwer haben, einen Job zu finden. Selbst mit ersten Referenzen starten viele als Assistenten oder Trainees in den Art Director Beruf.

 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Im Beruf als Art Director musst du in der Lage sein, Kampagnen, die alle Medien, also Print, TV und Online, sowie sämtliche Produkte und Zielgruppen abdecken, durchzuführen. Immer häufiger aber werden Spezialisierungen auf den Online Bereich. Denn hier sind neben den üblichen Design- auch IT-Skills gefragt. Spezialisierungen auf eine bestimmte Zielgruppe oder ein anderes Medium als Online sind möglich, aber selten. Häufig werden intern Aufträge an Mitarbeiter vergeben, die sich mit einer bestimmten Kampagnenart besonders hervorgetan haben.

Spezialisierungen
Art Director/in
Fachjargon
ATL - Above the line / BTL - Below the Line

Unter above the line versteht man klassische Werbung, die in Kino, TV und auf Plakaten zu sehen ist. BTL dagegen ist Werbung auf spezifischeren Kanälen, beispielsweise web, Direktvertrieb oder B2B.

Templates

Unter templates versteht man vorgefertigte Mustervorlagen, die alle benötigten typografischen Vorgaben enthalten und immer wieder als Basis für weitere identisch gestaltete Seiten oder Dokumente genutzt werden können. Sie vereinfachen und beschleunigen die Erstellung von Grafiken.

Reminder Kampagne

Gab es in der Vergangenheit bereits große Werbekampagnen für ein bestimmtes Produkt, werden im Anschluss sogenannte Reminder Kampagnen ausgeführt. Diese knüpfen an vorangegangene Spots an.

Wusstest du schon, dass...
  • Produkte, die nicht beworben werden und dessen Verpackung ausschließlich die gesetzlich vorgeschrieben Beschreibung enthält, als „Weiße Ware“ bezeichnet werden?
  • es in Deutschland rund 12.000 Werbeagenturen gibt?
  • der Film „Top Gun“ eigentlich ein Werbefilm war? Er diente der Verbesserung des Images des Militärs. Im Fachjargon spricht man auch vom Image Placement.
Was man kennen und können sollte
Grafikprogramme
  • Photoshop
  • Illustrator
  • Indesign
Sprachen
  • Englisch
  • Weitere Fremdsprachen von Vorteil
Autor: Sabine Zagar
Verwandte Berufsfelder:
Art Director als Beruf - Infos zur Arbeit im Design

Beruf als
Art Director/in

Junior Art Director, Werbegrafiker, Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 45-55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1700-2200 €
Männer/Frauen-Relation 7/3
Bewerber pro Stelle: 80 Bewerber
Spitzenverdiener 4600 €